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28.04.2020
Kategorie: Veranstaltungen
Von: Luc De Smedt

DIE HTC-INTERVIEW-REIHE: INGRID HÜBNER


Legenden – Urgesteine – tolle Menschen!



Die vielen Siege!

Das Interview wurde von Luc De Smedt, Pressewart beim HTC Bad Neuenahr geführt.

„Ich war noch relativ neu im HTC Tennisclub und da sprach mich eine nette ältere Dame an, ob ich Lust hätte bei ihrem Mixed in der nächsten Woche einzuspringen. Das wurde mir zum Verhängnis! Seitdem, mittlerweile 1,5 Jahre sind Ingrid und ich ein eingeschworenes Team, an dem sich so mancher Gegner die Zähne ausgebissen hat. Ingrid, auf Grund ihrer ausgezeichneten Technik, platziert die Bälle in die unmöglichsten und unerreichbaren Ecken und ich muss für sie nur noch laufen und laufen und laufen... Mittlerweile hat sich eine nette Freundschaft entwickelt. Ich höre mir sehr gerne ihre Zeitzeugengeschichten aus den Kriegsjahren in Berlin oder die vielen tollen Erfahrungen und netten Geschichten aus 49 Jahren HTC-Mitgliedschaft an.
Ich bewundere an Ingrid, dass sie noch stets, trotz ihrer 92 Jahre, so weltoffen und witzig im Leben steht. Ihr soziales Engagement, wie zum Beispiel im örtlichen Hospiz, ist lobenswert.
Manche mögen sie sicherlich auch um ihren Ideenreichtum beneiden. Ich bin sehr froh, sie besser kennengelernt zu haben.
...und wer mal ein tolles Tennisspiel erleben möchte und natürlich auch verlieren möchte, soll Ingrid im Augustinum einfach mal anrufen. Wir stehen bereit (allerdings nach der Corona-Zeit)“

Im Folgenden könnt ihr die lebende Legende Ingrid Hübner genauer kennenlernen.
Name: Ingrid Hübner
Alter: 92
Im Club seit 49 Jahren
Position im Vorstand: Mitglied im Ehrengericht
Seit wann spielst du Tennis: seit meinem 12. Lebensjahr (mit 10 Jahren Unterbrechung wegen Kindererziehung und vielen Wohnortwechseln)
Lieblingsbelag: Asche
Lieblingsspieler/in: Steffi Graf und Michael Stich
Bisherige Vereine: 3 Clubs in Berlin und zwar die „TC Zehlendorfer Wespen“, „TC Dahlem-Dorf“ und „TC Flinsberger Platz“
Weitere Hobbys: Bridge, Musikveranstaltungen, Flohmarkt besuchen und in den jungen Jahren Fechten, Wasserski, Skifahren und die Welt bereisen
Beruf: Rentnerin, aber Nichtstun ist nicht so mein Ding, deshalb schenke ich meine Zeit vielen einsamen Menschen.

Was gefällt Dir besonders gut bzw. nicht so gut beim HTC?
Was mir besonders gut gefällt ist die Großzügigkeit der Anlage in dieser wunderschönen Landschaft. Was mir allerdings nicht (mehr) so gut gefällt ist das mangelnde Clubleben. „In the old days“ wurden noch richtig Feste im Clubhaus gefeiert und jeder war für den anderen da. Dieses gemeinsame Clubleben muss sicherlich ein Stück neu belebt werden.

Was unterscheidet den HTC aus Deiner Sicht von anderen Vereinen?
Eindeutig die Weitläufigkeit der gepflegten Anlage mit der tollen Blumenpracht und die Einbettung in der Parklandschaft von der Kreisstadt.

Was würdest Du Dir von den Mitgliedern im HTC für die Zukunft wünschen?
Ganz klar, dass sich die Mitglieder im Clubleben mehr und intensiver einbringen. Tennisspielen macht mir sehr viel Spaß aber ich möchte die Mitspieler bei gemeinsamen Aktivitäten näher kennlernen.

Wie kamst Du zum Tennis?
Meine Mutter hat schon Tennis gespielt und da war ich immer „Balljunge“. Zum 12. Geburtstag, also mitten im 2. Weltkrieg, habe ich einen Tennisschläger geschenkt bekommen. Und so nahm meine Tennislaufbahn seinen Lauf.

Was war Dein größter sportlicher Erfolg (persönlich und mit der Mannschaft)?
Tennis wurde als Sportart im „Dritten Reich“ nicht besonders gefördert, daher wechselte ich zum Fechtsport. Mit 15 Jahren, also auch im Krieg war ich Fechtmeisterin im Bann (steht für eine Gebietsbezeichnung, altdeutsch)*-Sachsen (als BDM-Mädchen, Bund deutscher Mädel*). Nach meiner Fechtkarriere, bzw. nach der Währungsreform konnte ich den Tennissport wieder aufnehmen. Ich war 48 mal Seniorenmeisterin im Doppel, Einzel und Mixed bei der Deutschen Senioren Meisterschaften in Bad Neuenahr. Hinzu kam den Aufstieg in die Oberliga mit meiner Mannschaft. Darüber hinaus war ich 15 Jahre Mannschaftsführerin. International konnte ich bei den Senioren-Turnieren in Montegrotto und Bad Breisig diverse Titel und Platzierungen erspielen.

Was sind Deine Ziele für die Zukunft?
Mit 100 Jahren noch Tennis zu spielen.

Betreibst Du jetzt noch eine weitere Sportart?
Oh ja, Tanzen, Chigong, Tischtennis und Kegeln

Was bedeutet für Dich Tennissport und der HTC?
Zuerst kommen meine Enkelkinder mit Familie, direkt danach kommt Tennis und der HTC


(* vom Interviewer hinzugefügt)